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12. Januar 2015

Gregor Gysi – unser gut gelaunter Gast in Schildow

DIE LINKE Glienicke begrüßte am 12. Januar 2015 gemeinsam mit den Ortsverbänden Mühlenbecker Land, Hohen Neuendorf und Birkenwerder einen prominenten Gast im „Bürgersaal“ in Schildow: Gregor Gysi, der Vorsitzende der Linksfraktion im Deutschen  Bundestag, war gern einer Einladung der vier Ortsverbände der S-Bahn-Gemeinden gefolgt, um gemeinsam mit Sebastian Kullack (32), dem Kandidaten von DIE LINKE zum Landrat in Oberhavel, über die Lage vor Ort und in Europa zu sprechen und dem Publikum für Fragen zur Verfügung zu stehen. Günter Pioch (DIE LINKE Mühlenbecker Land) begrüßte die beiden Podiumsgäste und führte durch den Abend.
Mindestens 250 Besucher füllten den Bürgersaal bis auf den letzten Platz, es mussten sogar noch Sitzgelegenheiten herbeigeschafft werden, um dem Andrang von Gästen gerecht zu werden. Gregor Gysi spannte in seiner Ansprache den Bogen von der internationalen Lage bis hinunter in die Gefilde der Kommunalpolitik, wo er sich dann mit Sebastian Kullack die Bälle zuspielte. Wenn der Westen heute, so Gysi, in der Ukraine-Krise Russland den Bruch des Völkerrechts vorwerfe, müsse man ihm selbst vorwerfen, im Kosovo, im Irak, in Libyen das Völkerrecht gebrochen und damit das Tor selbst weit aufgestoßen zu haben: „Das Völkerrecht steht seit dem Kosovo-Krieg durch den Westen zur Disposition“. Insgesamt verurteilte er die Verrohung in den internationalen Beziehungen: „Die Achtung vor dem Menschenleben ist verloren gegangen, weil die Antwort immer nur Krieg heißt.“ Gregor Gysi rechnete mit den Folgen der Sparpolitik in Europa ab, empfahl aber nicht einen Euro-Ausstieg, sondern eine Politik, die sich an sozialen Werten orientiert und endlich die Vermögenden in die Pflicht nimmt, damit nicht die Reichen immer reicher werden und die Anzahl der Armen auch bei uns in Deutschland stetig wächst. Angesichts der aktuellen Auseinandersetzungen um die Flüchtlingspolitik und muslimisches Leben in unserem Land analysierte er, dass „abstrakte Ängste am gefährlichsten“ sind. Die höchsten Wahlergebnisse für Rechtsparteien, auch für die AfD, finden sich immer dort, wo keine oder wenig Einwanderer lebten, so auch bei uns in Glienicke, muss man wohl hinzufügen. Dass gerade im Osten unseres Landes die Problematik von Islamophobie stärker ist als im Westen, führte Gregor Gysi auch darauf zurück, dass der Vereinigungsprozess von vor 25 Jahren bewusst auf die Einbeziehung auch der erfolgreichen Seiten der DDR verzichtet habe, das seien die Kindergärten und Polikliniken, die Ausbildung usw. gewesen, die den Menschen direkt zu Gute kamen. Viele Ostdeutsche fühlten sich daher noch immer gedemütigt und suchten nach Schuldigen.
Sebastian Kullack, der Landratskandidat der LINKEN aus Hohen Neuendorf, setze sich für eine andere Kindergartenpolitik im Kreis ein. Er sicherte zu, im Falle seiner Wahl zum Landrat zumindest eine Rahmensatzung vorzulegen, die zu mehr Gebührengerechtigkeit für alle Oberhaveler führen werde. Es könne nicht sein, dass die Gebührenhöhe für einen Krippenplatz dazu führe, sich gegen ein weiteres Kind zu entscheiden. Deshalb müssen  mehr Vergleichbarkeit und soziale Gerechtigkeit seitens des Landkreises hergestellt werden. Außerdem forderte Sebastian Kullack eine Umkehr des Kreises in der Flüchtlingspolitik. Bisher würden Flüchtlinge durch das entwürdigende Gutscheinsystem diskriminiert und außerdem wie Straffällige untergebracht. Er will dafür sorgen, dass den Flüchtlingen im Kreis eine menschenwürdige Behandlung und auch Behausung zuteil werden kann. Ermuntert auch von Gregor Gysi sprach sich Sebastian Kullack dafür aus, dass ein Landrat das Bürgergespräch suchen muss und für die Oberhaveler als Gesprächspartner zur Verfügung steht, um ihre Sorgen und Nöte zu kennen. Gregor Gysi, Sebastian Kullack und Günter Pioch riefen die Besucher dazu auf, sich stets politisch zu engagieren und so zur Entwicklung unseres Gemeinwesens beizutragen. Dazu gehört natürlich auch, dass ein LINKER Landrat im Kreis Oberhavel werden kann.

Holger Czitrich-Stahl, OV DIE LINKE GLIENICKE