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Werner Klemke – Illustrator aus Leidenschaft (12.3.1917 – 26.8.1994) Eine Ausstellung zu seinem 100. Geburtstag

DIE LINKE Oberhavel startet in das Jahr 2017 mit einer Ausstellung in Erinnerung an den großen Zeichner und Humanisten Werner Klemke, der am 12. März 2017 einhundert Jahre alt geworden wäre.

Wer kann sich nicht an seine liebevollen Illustrationen von Kinderbüchern, an Plakate für Film und Theater, an Schallplattenhüllen oder die Handschrift Klemkes für die Bewerbung von Veranstaltungen genauso wie die unzähligen humorvollen Zeichnungen für die begehrte Zeitschrift  „Das Magazin“ erinnern und hat vielleicht noch einige Stücke im Bücher- oder Plattenschrank?

Aus Sammlungen von Hans Hübner und André Eckardt werden ab 27. Januar 2017 zahlreiche Werke des bekannten Grafikers, Hochschullehrers und Buchgestalters in der Geschäftsstelle der LINKEN in der Bernauer Str. 71 in Oranienburg gezeigt. Zur Vernissage um 17.00 Uhr sind alle Klemke-Liebhaber und Neugierige willkommen. Hans Hübner wird über das umfangreiche Schaffen und die gezeigte Auswahl von Arbeiten des Künstlers aus diesem Anlass sprechen.

Die Öffentlichkeit glaubte lange so ziemlich alles über Werner Klemke zu wissen. Dass er sein Können als Fälscher von Pässen für verfolgte holländische Juden einsetzte, ist erst nach seinem Tod im Jahr 2011 bekannt geworden. Als Gefreiter einer Fliegerabwehreinheit der Wehrmacht war er 1940 in den Niederlanden in der Schreibstube tätig. Neben dem Alltagsdienst nutzte er seine Möglichkeiten in Zusammenarbeit mit einer niederländischen Widerstandsgruppe dazu, Ausweispapiere zu fälschen und Lebensmittelkarten herzustellen. Durch Funde im Gemeindearchiv der Synagoge in Bussum wurde bekannt, dass etwa 300 holländische Juden auf diese Weise vor der Deportation gerettet werden konnten. Darüber hat Werner Klemke selbst nie gesprochen.

Mit der Ausstellungseröffnung wird auch ein Film aus dem Jahr 1981 über Werner Klemkes Arbeit gezeigt. Zu dieser Vorführung sind ebenfalls alle Interessierten herzlich eingeladen.