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75 Jahre Befreiung
Auch aus der Vogel-Perspektive ein schöner Anblick: Das erleuchtete Sowjetische Ehrenmal in Hohen Neuendorf. (Copyright: div GmbH)

Gedenken zum Tag der Befreiung

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Vor genau 75 Jahren, am 22. April 1945, befreite die Rote Armee mit Unterstützung der polnischen Armee Hohen Neuendorf vom Hitlerfaschismus. Diesem wichtigen Ereignis wird alljährlich in Hohen Neuendorf gedacht. Da aufgrund des Coronavirus Menschenansammlungen auf engem Raum untersagt sind, war es in diesem Jahr leider nicht möglich, eine größere Veranstaltung durchzuführen. Auch die Kranzniederlegung der Fraktionen und der Stadtverwaltung, zu welcher sonst auch Vertreter der russischen Botschaft begrüßt werden konnten, wurde abgesagt.

 

Um den Tag dennoch würdig zu begehen und ein sichtbares Zeichen des Dankes zu setzen, entzündeten Mitglieder der LINKEN gemeinsam mit Vertretern der Zivilgesellschaft am Abend rund um das sowjetische Ehrenmal 75 Kerzen, welche in der beginnenden Dämmerung weithin sichtbar waren. Dank einer Liveschaltung konnten via Internet über 250 Zuschauer weltweit die Aktion verfolgen.

 

Auch die Nachfahren des in Hohen Neuendorf beerdigten Oberleutnant Michail Petrowitsch Elisarow, dessen Briefe von der Front vor 2 Jahren erstmals in deutscher Sprache verlesen werden konnten, bedankten sich sehr herzlich dafür, dass das Gedenken an die Befreier wachgehalten wird. In einer kurzen Ansprache zitierte Fraktionsvorsitzender Lukas Lüdtke aus einem der Briefe, welche Oberleutnant Elisarow an seinen Sohn schickte: „Wenn auch Du in Deutschland sein wirst, dann wird dies ein anderes Deutschland sein, dass dem Hitler-Deutschland, dem wir bald ein Ende bereiten, nicht ähnelt.“ Lüdtke betonte, dass man nicht vergessen darf, wem zu verdanken ist, dass das heutige Deutschland tatsächlich ein anderes ist. „Es liegt in unserer Verantwortung dafür zu sorgen, dass das so bleibt. Die Soldaten der Roten Armee kamen aus verschiedensten Ländern, doch sie bildeten eine Einheit. Genauso sollte es heute keine Rolle spielen, welche Nationalität oder Herkunft ein Mensch hat.“ Alt-Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung betonte, dass das Verhalten der NATO gegenüber Russland Anlass zur Sorge gibt und man alles dafür tun müsse, den Frieden in Europa aufrechtzuerhalten, anstatt weiter aufzurüsten.

 

Im Anschluss wurden auch am polnischen Ehrenmal 75 Kerzen entzündet. Historiker Andreas Schuckert erläuterte, warum das Denkmal aus 3 polnischen Adlern und einer sichtbaren Lücke besteht. Im Gegensatz zur Roten Armee oder der Wehrmacht marschierten die polnischen Soldaten die Viererreihen. Leider überlebte ein Viertel der Soldaten den Krieg nicht – daher wurde in der Viererreihe eine symbolische Lücke gelassen, um an das Schicksal der vielen Gefallenen zu erinnern.

 

Da an beiden Gedenkorten 75 Kerzen, insgesamt also 150, entzündet wurden, ergibt sich noch eine weitere symbolische Bedeutung: Vor 150 Jahren, am 22. April 1870, wurde der russische Revolutionär Waldimir Iljitsch Lenin geboren.