29. Oktober 2017

Pressemitteilung

Nahverkehrsplan 2018: LINKE will Verbesserungen für Hohen Neuendorf 

„Neue Linien, mehr Züge, bessere Infrastruktur“ – unter diesem Motto stellte Verkehrsministerin Schneider (SPD) den neuen Nahverkehrsplan vor. Doch Hohen Neuendorf soll leer ausgehen. Es sind keine Verbesserungen geplant.

Von außen betrachtet, können die Hohen Neuendorfer nicht klagen: 2 S-Bahn-Linien und eine Regionallinie suggerieren eine ausgezeichnete Anbindung. Dass die Regionalbahn nur in der Woche fährt (bis 20 Uhr) und die Station Hohen Neuendorf-West längst dem Verfall preisgegeben wurde: Ein Luxusproblem. Dass die S8 bei jedem Unwetter als erste ausfällt, als letzte wieder den Betrieb aufnimmt, dauernd verspätet ist und abends nur noch stündlich fährt: Längst Alltag gewordene Normalität. Dass die eingleisige Strecke zwischen Hohen Neuendorf und Frohnau regelmäßig für „Verzögerungen im Betriebsablauf“ sorgt: Eine ärgerliche Tatsache, die ihre Ursache einzig und allein in der deutsche Teilung hat. Die Mauer teilte den Trassenverlauf schließlich 27 Jahre. Anmerkung: In diesem Jahr steht sie 27 Jahre nicht mehr…

Bei genauerer Betrachtung stellt sich die Anbindung Hohen Neuendorfs somit als nicht mehr ganz so gut dar. Man könnte also annehmen, dass das Potsdamer Verkehrsministerium doch zumindest kleine Verbesserungen plant. Angesichts der seit Jahren wachsenden Einwohnerzahlen sollte das Angebot doch wenigstens Schritt halten. Dem ist leider nicht so – im Kern soll alles so bleiben wie es ist. Sogar eine kleine Verschlechterung ist geplant: Perspektivisch soll die S8 nicht mehr ab Birkenwerder sondern erst ab Hohen Neuendorf fahren. Der wegen der genannten eingleisigen Strecke eh schon instabile Betrieb wird somit weiter gefährdet, da ein Gleis permanent durch die S8 belegt wird während die S1 aus Oranienburg häufig auf freier Strecke warten muss, da ein verspäteter Zug aus Berlin den zweiten Bahnsteig blockiert.

Alles in allem ist der Entwurf des Nahverkehrsplanes 2018 für Hohen Neuendorf eine Enttäuschung. DIE LINKE wirbt daher um rege Beteiligung der Bürger[1]. Fraktionsvorsitzender Lukas Lüdtke kündigte außerdem an: „Wir werden einen Antrag mit Vorschlägen und Forderungen in die Stadtverordnetenversammlung einbringen, da die Stadt Hohen Neuendorf auch eine Stellungnahme einreichen kann. Kurzfristig realisierbar ist ein zuverlässiger 20-Minuten-Takt der S8 bis Mitternacht sowie eine direkte Anbindung an den Flughafen Schönefeld. Langfristig müssen der Südzugang zum S-Bahnhof und ein Regionalbahnhof in Birkenwerder hergestellt werden. Auch der West-Bahnhof darf nicht in Vergessenheit geraten.“

 


[1] Am 23. Oktober 2017 startet die Onlinebeteiligung zum neuen LNVP 2018. Sechs Wochen lang – bis zum 4. Dezember 2017 – können alle Interessierten den Entwurf des neuen LNVP 2018 einsehen und Anregungen sowie Hinweise geben.

 

Dazu nutzen Sie bitte folgende E-Mail-Adresse: LNVP@mil.brandenburg.de