18. Oktober 2016

Müllentsorgung: Vor-Ort-Termin ohne Einigung

Der Geschäftsführer der AWU erläuterte das Problem mit den Anwohnern

Seit Wochen weigert sich die AWU in den Stichstraßen der Puschkinallee den Müll abzuholen. Grund dafür ist eine kleine Straßenausbesserung, die von der AWU selbst gefordert wurde. Ein Vorort-Termin brachte keine Einigung zu Stande.

Zunächst zum Hintergrund: Vor über drei Jahren wandte sich die AWU schriftlich an die Stadt Hohen Neuendorf, da sich Probleme bei der Abfallentsorgung in den Stichstraßen der Puschkinallee ergeben hatten. Grund dafür waren unter anderem die Schlaglöcher in den unbefestigten Straßen. 2015 beseitigte die Stadt Hohen Neuendorf diese – offenbar ohne vorherige Absprache mit der AWU. Im August dieses Jahres kündigte die AWU kurzfristig an, dass der Müll wegen dieser „Baumaßnahme“ nun nicht mehr abgeholt werden kann. Die Begründung dafür ist kompliziert, lässt sich aber in etwa so zusammenfassen: Grundsätzlich dürfen Müllfahrzeuge aus Sicherheitsgründen nicht mehr rückwärtsfahren, auch nicht mit Einweisung, Kamera und Piepen (Empfehlung an die Hersteller: Fahrzeige können künftig ohne Rückwärtsgang ausgeliefert werden). Erlaubt ist dieses nur noch in Straßen, die schon zu DDR-Zeiten so bestanden. Wird die Straße verändert, darf nicht mehr rückwärtsgefahren werden.

Über die Auslegung und Anwendung dieser Vorschriften gibt es verschiedene Auslegungen. Fakt ist aber, dass die Anwohner, darunter über 80-jährige mit Gehbehinderung, ihre Tonnen und Säcke in die 200 m entfernte Waldstraße bringen sollen. 

Für unsere Fraktion ist dieser Vorschriftenwahn nicht hinnehmbar. Kreistagsmitglied Lukas Lüdtke kritisierte bei dem Vorort-Termin, dass vom Landkreis kein Vertreter dabei war. Auch das Verhalten der AWU ist für ihn unverständlich: „Die AWU hat sich zurecht über den Zustand der Straße beklagt. Die Klage wurde erhört und die Schlaglöcher beseitigt. Dass sich die AWU nun weigert, die Straße zu befahren, ist ein Witz!“

Unsere Fraktion wird sich sowohl im Stadtparlament als auch im Kreistag für eine bürgerfreundliche Lösung einsetzen, zumal es hier nicht um Einzelfälle sondern um ein generelles Problem geht, dass künftig viele Stichstraßen und Sackgassen betreffen werden.